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- Ansgar Beckermann (1972). Die Realistischen Voraussetzungen der Konsenstheorie Von J. Habermas. Journal for General Philosophy of Science 3 (1):63-80.Zusammenfassung J. Habermas hat vor kurzem eine Konsenstheorie der Wahrheit in ihren Grundzügen skizziert, die er ausdrücklich als notwendige Alternative zu der s. E. unhaltbaren realistischen Korrespondenztheorie der Wahrheit versteht. In einer Kritik der Habermasschen Konsenstheorie wird jedoch zu zeigen versucht, daà die Plausibilität dieser Theorie gerade auf der Inanspruchnahme nicht explizit gemachter realistischer Voraussetzungen beruht. Es wird argumentiert, daà sich realistische Prämissen in den Habermasschen Ãberlegungen ebenso in der Explikation des Begriffs âKonsenstheorie nachweisen lassen wie in der Annahme nicht-konventioneller Methoden zur Ãberprüfung empirischer Aussagen und in der Verwendung des Begriffs Kompetenz ebenso wie in der Theorie der idealen Sprechsituation.
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Zusammenfassung Es wird die Entwicklung von Positivismus und Empirismus, beginnend vom Anfang des vorigen Jahrhunderts, untersucht. Als das âGegebene wollte der ältere (âklassische ) Positivismus allein die Erlebnisdaten gelten lassen. Die kritische Auseinandersetzung mit der kantischen Einteilung der Satzformen führte nicht nur zur Gegenüberstellung der empirischen Daten und der analytischen Strukturen als âgegebenen Bereichen, sondern lieà auch die sprachlogisch-hypothetische Form der Ausdrücke und Sätze über die objektive Realität erkennen. Die erkenntnislogische Analyse gelangte so zur Unterscheidung dreier gegebener Bereiche: der Erlebnisdaten (BewuÃtseinsdaten), der logisch-mathematischen Formen und der objektiven (bewuÃtseinsunabhängigen) Realität. Bezogen auf diese drei Bereiche gewinnen wissenschaftliche Grundbegriffe wie âRaum , âZeit , âWahrheit , âWahrscheinlichkeit u.a.m. unterschiedliche Bedeutungen, wodurch die Grundlagenfragen in ganz neuem Sinne gestellt werden müssen. Der logisch fundierte Positivismus und Empirismus erweisen sich so als eine erkenntnisanalytische Methode, die von den Satzarten der Wissenschaften und des Alltags, den Methoden ihrer Gewinnung und Nachprüfung und den zu ihrer Darstellung benutzten sprachlogischen Elementen als dem âGegebenen ausgeht.
Zusammenfassung Der erkenntnistheoretische Realismus ist die systematische Basis dessen, was im Positivismusstreit als positivistisch attackiert worden war; darum knüpft der Beitrag an jene Kontroverse an. An die Analyse der argumentativen Funktion des Realismus innerhalb der Popperschen Wissenschaftslehre schlieÃt sich eine sinnkritische Rekonstruktion der realistischen Unabhängigkeitsthese aus den Kontexten technischen, experimentellen und kommunikativen Handelns an mit dem Ziel, die Bedeutungsabhängigkeit eines jeden Redens von âunabhängiger Realität von solchen Handlungskontexten zu erweisen. Die Darlegungen schlieÃen mit der These, daà der Poppersche Realismus nur eine Konsistenz-bedingung experimentellen Handelns formuliert und philosophisch als ein bloÃes Mittel der Legitimation und Stabilisierung dieses Handlungstypus zu verstehen ist.
Anhand des phänomenologischen Begriffs der Auffassung soll die Beziehung von Freudscher Psychoanalyse und Husserlscher Phänomenologie näher bestimmt werden. Dabei wird von einer methodologischen Fragestellung ausgegangen, die sich allerdings notwendig auch zu einer inhaltlich bestimmten Perspektive weiten muss. Die These ist, dass die Phänomenologie sich in der Auseinandersetzung mit dem grundverschiedenen Ansatz der Psychoanalyse selbst genauer verstehen lernt, und zwar vor allem in ihrem Anspruch auf Wissenschaftlichkeit, in ihrer Forderung nach anschaulicher Ausweisung von philosophischer Wahrheit und in der Problematisierung des Subjektbegriffs.
Zusammenfassung Die Philosophiegeschichte (als Philosophiegeschichtsschreibung) hat festen Bestand als philosophische Disziplin. Sie wird hier als eine âNachlese (discours second) der authentischen Texte der Philosophen eingeführt. Der heutige wissenschaftstheoretische Reflexionsstand im allgemeinen legt auch eine Reflexion auf die Prinzipien dieses âzweiten Diskurses nahe. Dazu sind Vorbedingung die effektive Kenntnis der âGeschichte der Philosophiegeschichte selber (wozu Verf. in seiner âHistoire de l'histoire de la philosophie von 1973 wesentliche Vorarbeiten geleistet hat) wie auch der Prinzipien, die diese Historiographie steuern. Eine Reihe sich für eine solche âPhilosophie der Philosophiegeschichte stellender Fragen und Problem-Topoi wird genannt, deren Existenz die heute allgemein spürbare âPrinzipienkrise der Philosophiegeschichtsschreibung ausmacht. Das führt zu der Frage, inwieweit die Prinzipienreflexion und das ProblembewuÃtsein selber den Verfall einer magistralen Philosophiegeschichtsschreibung mitbedingt, der durch Kollektivarbeiten allenfalls verdeckt, nicht aber kompensiert wird.
Zusammenfassung Dieser Beitrag behandelt das analytische und hermeneutische Problem, das der europäische Wissenschaftsbegriff, seine Freilegung in der Antike und seine Geschichte in Mittelalter und Neuzeit, für das gegenwärtige Konzept der âwissenschaftlichen Revolution des 17. Jahrhunderts darstellt. Es wird zu zeigen versucht, daà sie im Kern eine Begriffsrevolution impliziert. Der Beitrag untersucht die für den Aufbau der Wissenschaft konstitutive Funktion der Begriffe âTheorie , âLehre und âSystem , denen ein je verschiedener Typus von Wissenschaftseinheiten entspricht, der geschichtlich dem klassisch-griechischen (a), christlich-mittelalterlichen (b) und neuzeitlichem Wissenschaftsbegriff (c) zugeordnet wird. Die Topik dieser Begriffe und ihre Verschiebungen in der Neuzeit sind der Schlüssel zu einem neuen Verständnis der Wissenschaftsgeschichte, das über die Grenzen bisheriger, an den Naturwissenschaften orientierter, Konzeptualisierungen hinausweist.
Zusammenfassung Die Gegner der Finalisierungsthese setzen sich in der Regel nur mit dem Projektentwurf der Starnberger Gruppe, nicht mit ihren substantiellen Forschungen, noch viel weniger mit der Sache selbst auseinander, so auch M. Tietzel in Z. f. allg. Wissenschaftstheorie IX, 2, 1978. Als Replik wird deshalb hier ein Stück dieser substantiellen Untersuchungen veröffentlicht: Es geht um die Frage, ob dem Begriff âabgeschlossene Theorie ein ausweisbarer Sinn gegeben werden kann. Dies wird untersucht durch Analyse der Theoriestruktur der klassischen Hydrodynamik. Hier läÃt sich eine systematische Beziehung zwischen der Struktur der Theorie und der empirischen Charakterisierung der Gegenstände, auf die sie sich bezieht (Newtonsche Fluide), nachweisen. Die Theorie wird also mit Notwendigkeit gültig sein, kann also in diesem Sinne auf der entsprechenden Gegenstandsklasse als abgeschlossen angesehen werden.
Zusammenfassung In einer Kritik der Hempelschen Erklärungstheorie hat W. Stegmüller gezeigt, daà zur Erklärung nur die âwirklichen Realgründe , also die Ursachen eines Ereignisses herangegezogen werden können, und W. C. Salmon hat darauf aufmerksam gemacht, daà in Erklärungen nur (statistisch) relevante Faktoren angeführt werden dürfen. Für die Theorie der wissenschaftlichen Erklärung ist daher heute die probabilistische Kausalitätstheorie von P. Suppes besonders interessant; denn Suppes versucht, den Begriff der Ursache statistisch zu fassen und auf den Begriff der (positiven) statistischen Relevanz zurückzuführen. In diesem Aufsatz werden deshalb die Grundzüge der Kausalitätstheorie von Suppes dargestellt und diskutiert. Dabei ergibt sich zunächst, daà Suppes' eigene Formulierung dieser Theorie nicht adäquat ist, da in ihr die Carnapsche Forderung des Gesamtdatums nicht hinreichend berücksichtigt wird. Diese Schwierigkeit kann jedoch überwunden werden, wenn man den Begriff der âkausalen Abschirmung bzw. der ânur scheinbaren Ursache â in engerer Anlehnung an die Ãberlegungen Salmons â etwas anders definiert als Suppes und wenn man darüberhinaus bei der Beurteilung der statistischen Relevanz einzelner Faktoren jeweils die Menge aller für ein gegebenes Ereignis statistisch relevanten Ereignisse berücksichtigt. Zum Abschluà wird kurz die Frage aufgeworfen, inwieweit es überhaupt sinnvoll sein kann, den Begriff der Kausalität statistisch zu definieren. Es wird argumentiert, daà sich diese Frage nicht definitiv beantworten läÃt, da in diesem Zusammenhang Konventionen eine entscheidende Rolle spielen, daà es jedoch einige â wenn auch eher intuitive â Argumente gegen statistische Kausalitätstheorien gibt, die es wahrscheinlich machen, daà z.B. die Ãberlegungen J. L. Mackies zum Begriff der Kausalität unserem alltagssprachlichen Begriff der Verursachung sehr viel mehr gerecht werden als die Ãberlegungen von Suppes.
Zusammenfassung Es wird ausgegangen von den in den empirischen Wissenschaften vorkommenden Satzarten. Die Abhängigkeit der Kennzeichnungen âvollständig bzw. âhinreichend verifiziert (bzw. âfalsifiziert ) von den Kriterien der benützten Ãberprüfungsverfahren wird untersucht. Die irrigen Voraussetzungen extremer Verallgemeinerungen, wie der âVerifikationsthese Wittgensteins und der âasymmetrischen Falsifikationstheorie Poppers, werden aufgezeigt. Die methodologische Symmetrie von Verifikation und Falsifikation wird durch den Hinweis auf die gleicherweise unerläÃliche Bedeutung der induktiven Schritte (wie extrapolierende Induktion, semantische Deutung und Umdeutung formaler Ausdrücke) und des kontrollierenden Aufsuchens von Unverträglichkeiten für den wissenschaftlichen Fortschritt begründet. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien werden empirische Allsätze (âNaturgesetze ) als die Beschreibung der realen Ordnung empirischer Phänomene gedeutet.
Zusammenfassung Die folgenden Ausführungen enthalten einen Beitrag zum Problem der Induktion. Den bisher bekannt gewordenen Interpretationen induktiver Regeln wird eine weitere zur Seite gestellt. Sie beruht auf der von Popper propagierten Idee der Annäherung an die Wahrheit, genauer: auf einer geeigneten topologischen Präzisierung dieser Annäherungsidee. Wie sich dabei herausstellt, ist die approximationstheoretische Deutung der allgemeinen Induktion zwar stringent, aber nicht induktivistisch, d.h. sie liefert keine irgendwie geartete Rechtfertigung induktiver Regeln.
Zusammenfassung Durch Analyse einiger zentraler Begriffe der Lebenswelt, wie z. B. Perspektivität, Intentionalität und Reflexion, wird versucht zu zeigen, daà und wie philosophisch fundierende Motive in der Lebenswelt verankert sind. Hierdurch wird wenigstens ein Teil der Grundlage enthüllt, auf der die Bedingung des Transzendierens der Lebenswelt bei der philosophischen Suche nach Einsicht und Wahrheit beruht. â Der Aufsatz versucht ebenfalls zu zeigen, daà Phänomenologie und transzendentale Pragmatik nicht unvereinbare Positionen sind. Dies hat allerdings zur Folge, daà die transzendentale Pragmatik eine Rechtfertigung durch eine Analyse ihrer lebenswichtigen Vorbedingungen zu benötigen scheint.
Discussion of Ansgar Beckermann, Die realistischen voraussetzungen der konsenstheorie Von J. Habermas
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