Collectivisme en individualisme

Synthese 4 (1):601 - 611 (1939)
Abstract
Es ist klar, dass jede Gemeinschaft bereits Organisation ist und der Mensch ist, ob er will oder nicht, Glied einer Gesellschaft und leistet in ihr Dienste. Jedoch: wenn ein Volk sich die Organisation seines Kollektivlebens als Hauptaufgabe stellt, so tut es das um den Preis der Individualität seiner Mitglieder. Es stellt sich heraus, dass Organisation im Allgemeinen das individuelle Leben der Menschen ausschaltet; man verlangt von dem Menschen, dass er aufhört, Individuum zu sein. Organisation entmenschlicht in gewissem Sinne den Menschen; das Amt ist eine Rolle, eine "Maske". Der Verfasser erörtert dann das schwere Problem der Gegenwart: ob oder in welchem Masse das Kollektive menschlich ist und ob Gemeinschaft, Gesellschaft, Staat allzu abstrakte Dinge sind, als dass wir sie jederzeit gegenwärtig haben könnten. Er behandelt ferner die Frage: ist eine 'Gemeinschaft' von Individuen nicht eine Gemeinschaft von 'Individuen', das heisst von Menschen, individuellen Existenzen? Und wenn diese herunterkommen, ist es nicht klar, dass dann auch die Gemeinschaft herunterkommt? Die bis jetzt ziemlich romantische Frage, ob man sich für die kollektivistischen oder für die individualistischen Theorien zu entscheiden gedenkt, nimmt so eine neue und und spannende Gestalt an, ob nämlich die gegenwärtigen Gesellschaften nicht an sich von kollektiver Verfassung sind und, ihrer eigenen Schwerkraft überlassen, das persönliche Leben schliesslich ersticken und zu menschlichen Ameisenhaufen werden lassen müssen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts machte man den Versuch einer Analyse der Gesellschaft und begann ein Buch unter dem Titel 'Soziologie; aber es kam nicht über die ersten Zeilen hinaus; wahrscheinlich glich die neue Wissenschaft nicht genügend der Physik. Und dank diesem Umstand befinden wir uns heute in einer Lage in der es von höchster Dringlichkeit wäre, klare Vorstellungen davon zu haben, was das Soziale oder was ein Kollektivum ist und in welcher Beziehung es zu dem Menschen steht. Ortega y Gasset schlägt schliesslich eine Rundfrage vor um mit aller Strenge die Vorstellungen festzustellen zu suchen, welche die einflussreichsten Männer des Erdballes mit Vokabeln wie 'Gesellschaft', 'Kollektivität', 'Masse', 'Brauch', 'öffentliche Meinung', 'menschliches Individuum', 'Revolution', 'Staat' u.s.w. verbinden. Das Ergebnis wäre niederschmetternd, besonders wenn man die urweltliche Grobheit dieser Ideen dann mit der Präzision der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung vergleicht. Die wirtschaftliche Krise hat ausserdem die Unzulänglichkeit der Nationalökonomie blossgelegt. Der Verfasser vermutet, die Mangelhaftigkeit der herkömmlichen Wirtschaftslehre möchte vielleicht daher rühren, dass sie eine soziale Spezialwissenschaft ist, deren Fundamente in der Luft hängen, solange es keine soziologische Grundwissenschaft gibt; genau wie keine gute Optik oder Akustik möglich ist, wenn man keine gute Mechanik hat
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