Locke über die wahrnehmung sekundärer qualitäten

Abstract
Lockes Wahrnehmungstheorie dient einem klaren philosophischen Ziel.1 Sie soll dazu beitragen, seine empiristische Grundthese zu untermauern, dass alle unsere Ideen letztlich aus der Erfahrung kommen – entweder aus der sinnlichen Wahrnehmung äußerer Gegenstände, oder aus der Reflexion, d.h. aus der inneren Wahrnehmung dessen, was im eigenen Geist gegeben ist. Jede Idee ist entweder komplex (d.h. das Ergebnis geistiger Operationen wie denen des Zusammenfügens, Vergleichens, Erweiterns und Abstrahierens letztlich von einfachen Ideen), oder sie ist eine einfache Idee. Einfache Ideen charakterisiert er folgendermaßen: Sie bieten dem Geist etwas Einheitliches dar, in dem kein Unterschied anzutreffen ist, und lassen sich deshalb nicht in verschiedene Ideen zerlegen. Der Geist ist nicht fähig, aus eigener Kraft eine einfache Idee zu bilden oder zu zerstören; darin sind sie den kleinsten Teilchen der Körperwelt vergleichbar (II.2.1 f.). Sie sind also keine Fiktionen unserer Einbildung, sondern "notwendigerweise das Produkt von Dingen, die auf den Geist in einer natürlichen Weise einwirken"; zwischen ihnen und den Dingen, die sie uns repräsentieren, besteht eine "Konformität", die für wirkliches Wissen ausreicht (IV.4.4). Wir werden uns hier auf Lockes Theorie der Sinneswahrnehmung beschränken, die er viel detaillierter ausführt als seine Theorie der Reflexion. Insbesondere wird es darum gehen, vor welche komplexe Problemlage Lockes wahrnehmungstheoretischer Ansatz durch eine bestimmte Klasse körperlicher Eigenschaften (die sog. sekundären Qualitäten) gestellt wird und welche Lösung er entwickelt. Die Komplexität des Problems, vor dem Locke steht, rührt –wie im folgenden deutlich werden wird– daher, dass es Annahmen aus unterschiedlichen Bereichen sind (Erkenntnistheorie, Kausaltheorie, Repräsentationstheorie und Ontologie), die im Falle der primären Qualitäten keine Schwierigkeiten bereiten, wohl aber im Falle der sekundären..
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