Abstract
In diesem Beitrag lege ich dar, dass in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Konzept von Werkstoffen (materials) als charakteristischer ontologischer Typus eines neuen Forschungs- und Wissenschaftsstils aufkam. Das soll nicht heißen, dass Werkstoffe niemals zuvor wissenschaftlich bearbeitet worden wären. Zweifellos hatten sich zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen mit den Eigenschaften einer ganzen Reihe von Werkstoffen befasst. Doch wurden dabei Werkstoffe nicht als generische, also alle Arten von Stoffen umfassende, Entität betrachtet.Ziel dieses Aufsatzes ist zu verstehen, wie Werkstoffe als Gattungseinheit entstanden sind und zu Objekten einer Wissenschaft wurden, die so unterschiedliche Dinge wie Papier, Holz, Metalle, Beton, Keramik, Polymere, Halbleiter und Kohlenstoff-Nanoröhren umfasst. Im Bemühen, die historischen Begleitumstände des Auftretens von Werkstoffen zu bestimmen, werde ich diese zunächst in historischer und ontologischer Hinsicht einordnen. Wie war es möglich, all diese Dinge in einer einzigen Gattung zu vereinigen? Dann wende ich mich dem sich verändernden Status von Werkstoffen zu, ein Resultat der erfolgreichen Materialforschung. Werkstoffe sind nicht länger die Vorbedingungen, die dem Entwurfsprozess Beschränkungen auferlegen, sondern werden nun selbst spezifisch entworfen. Solche materials by design sind echte, individuell zugeschnittene Schöpfungen und nicht nur einfach Handelsprodukte. Zudem birgt der Wandel ihres ontologischer Status ein Paradox mit seiner Tendenz zur Entmaterialisierung von Technik
Keywords Chemie  Materialforschung  Design  Entmaterialisierung  Chemistry  Materials Science and Engineering  design  dematerialization
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DOI 10.1007/s00048-010-0043-0
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Von der Werkstoffforschung zur Materials Science.Klaus Hentschel - 2011 - NTM Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin 19 (1):5-40.
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