Authors
Katja Stoppenbrink
University of Münster
Abstract
Während es in der Praktischen Philosophie und Angewandten Ethik ausführliche Debatten und Konzepte etwa zu den Fragen gibt, wie mit Problemen globaler Armut und Ungerechtigkeit umzugehen ist, welche Rechte und Pflichten Nationalstaaten angesichts zunehmender Flüchtlings- und Migrationsströme haben und welche Umweltschäden wir zukünftigen Generationen zumuten dürfen, bleiben einige andere innerstaatliche und naheliegende moralische Fragestellungen oftmals auf der Strecke: Welche moralischen Ansprüche haben sozial ausgegrenzte, ökonomisch benachteiligte und in Notlagen lebende Personen, die zu unserer Gesellschaft dazugehören? Mit den Problemen in der Lebensgestaltung von Personengruppen wie Drogenabhängigen, Obdachlosen, Menschen mit Behinderungen und Arbeitslosen beauftragt der Sozialstaat – oftmals über subsidiär übertragene Kompetenzen – soziale Einrichtungen und ihre Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Mit Blick auf diese „Dreieckskonstellation“ stellen sich zwei grundlegende ethische Fragen: Welche moralisch relevanten Gesichtspunkte bestimmen das Verhältnis von Sozialstaaten und gesellschaftlich ausgeschlossenen und benachteiligten Bürgerinnen und Bürgern bzw. – weiter gefasst – Bewohnerinnen und Bewohnern? Welche moralisch relevanten Gesichtspunkte sollten die Interaktion von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern mit ihren Klientinnen und Klienten in Beratungs- und Hilfskontexten bestimmen? Diesen basalen Fragen einer Ethik der Sozialen Arbeit wird, so unsere zentrale These, bisher von Seiten der Praktischen Philosophie noch zu wenig Aufmerksamkeit entgegengebracht. Diesem Zustand soll der vorliegende Themenschwerpunkt der Zeitschrift für Praktische Philosophie entgegenwirken, indem die darin enthaltenen Beiträge besonders auf die zweite Frage reagieren. Diese befassen sich insbesondere mit theoretischen und methodologischen Fragen einer Ethik der Sozialen Arbeit, etwa der Arbeitsteilung zwischen empirischen und normativen Ansätzen, der Funktion eines Rawls’schen weiten Überlegungsgleichgewichts und der Rolle und angemessenen Verständnisweise des Prinzips des Respekts vor Autonomie in der Praxis der Sozialen Arbeit. Wir verstehen unseren Themenschwerpunkt zugleich als ein Plädoyer und einen Aufruf zu weiterer Auseinandersetzung auch von Philosophinnen und Philosophen mit Fragen der Ethik der Sozialen Arbeit.
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DOI 10.22613/zfpp/6.1.2
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Principles of Biomedical Ethics.Tom L. Beauchamp - 1979 - Oxford University Press.
Meaningful Work.Andrea Veltman - 2016 - Oxford University Press USA.
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