Würzburg, Germany: Königshausen&Neumann (2019)

Authors
Alfred Gierer
Max-Planck-Institute of Developmental Biology, Tuebingen, Germany
Abstract
Diese Schrift enthält eine Reihe von sieben Artikeln, in der es um die Beziehung der Wissenschaften zu aufgeklärten, liberalen Formen religiöser Vorstellungen geht. Im Gegensatz zu verbreiteten Ansichten zumal des vorigen Jahrhunderts führt die moderne Naturwissenschaft zu einer zwar weitgehenden, aber prinzipiell nicht vollständigen Erklärung der Wirklichkeit. Sie kann die Rätselhaftigkeit der Welt für uns Menschen nicht aufheben; die Grundfähigkeiten des menschlichen Denkens sind schließlich nicht nur Gegenstand der Wissenschaft, sondern auch Voraussetzungen jeder wissenschaftlichen Tätigkeit. Auf der „meta-theoretischen“, nämlich der philosophischen, kulturellen und religiösen Ebene bleibt die Welt mehrdeutig; wir dürfen und können wählen. Nach meiner Ansicht sprechen dabei Weisheit und Lebenskunst für eine pro-religiöse Einstellung; verbindlich kann und soll sie aber nicht sein. Die Artikel folgen dieser Gedankenspur. Sie sind voneinander unabhängig entstanden, sollen auch unabhängig lesbar sein und sind dazu als Volltext einbezogen. Etwas an Wiederholungen in der Reihe ist so nicht zu vermeiden, und dafür bitte ich um Nachsicht. Am Beginn steht eine kurze Antwort des Autors zur Frage „Was ist der Mensch?“, welche die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften etwa achtzig Personen gestellt hat. Es folgt ein Artikel zur biologischen Entstehung der höheren geistigen Fähigkeiten unserer Spezies „Mensch“, insbesondere der kognitionsgestützten Empathie. Zentraler Aspekt ist in den weiteren Überlegungen das menschliche Bewusstsein; es gibt prinzipielle, erkenntnistheoretisch robuste Gründe gegen die Möglichkeit einer vollständigen naturwissenschaftlichen Erklärung. Schon der geniale mittelalterliche Theologe Meister Eckhart hat den Urgrund des menschlichen Bewusstseins als göttlich angesehen. Unter den modernen Naturwissenschaftlern gehe ich exemplarisch auf Wolfgang Pauli ein, der neben Physik und Logik besonders die psychischen Voraussetzungen wissenschaftlicher Entdeckungen betont. Im Bezug auf Religion zeigte er Sympathie für östliche Gedankenwelten, liebte Schopenhauer, der den Buddhismus für westliche Denker wieder entdeckt hatte. Sodann erkläre ich meine Gründe für pro-religiösen „metaphysischen Optimismus“ – das göttliche Heil ist für Alle da - und das nicht nur im Kontext des Christentums. Nach diesem mehr persönlichen Artikel (ohne Zitate!) schließe ich mit einer systematischen Analyse von Aspekten moderner Biologie, die verschiedene, sowohl agnostische wie auch pro-religiöse Deutungen ermöglichen, und argumentiere für Offenheit der Erörterung. The basic issue of this book on “Science, the enigma of consciousness, and pro-religious ideas” is the relation of modern science that encompasses, among its topics, its own intrinsic limitations, to enlightened, liberal versions of religion. The relation allows for more than one logically consistent interpretation on the “metatheoretical“, that is on the philosophical and cultural level. This includes religious as well as agnostic views. Choices and preferences are mainly a matter of wisdom and art of living, and not just of knowledge, and this may lead us towards a pro-religious option.
Keywords science  religion  consciousness  evolution  salvation  art of living  transcendence  apokatastasis  Eriugena  Heisenbergs uncertainty law
Categories (categorize this paper)
Reprint years 2019
Buy this book $23.80 used   $69.81 new   Amazon page
ISBN(s) 3826067509   9783826067501
Options
Edit this record
Mark as duplicate
Export citation
Find it on Scholar
Request removal from index
Translate to english
Revision history

Download options

PhilArchive copy

 PhilArchive page | Other versions
External links

Setup an account with your affiliations in order to access resources via your University's proxy server
Configure custom proxy (use this if your affiliation does not provide a proxy)
Through your library
Chapters BETA

References found in this work BETA

The Evolution of Reciprocal Altruism.Robert L. Trivers - 1971 - Quarterly Review of Biology 46 (1):35-57.

View all 7 references / Add more references

Citations of this work BETA

No citations found.

Add more citations

Similar books and articles

Was ist der Mensch?Alfred Gierer - 2008 - In D. Ganten, V. Gerhardt, J. Nida-Rümelin & J. C. Heilinger (eds.), Was ist der Mensch? Humanprojekt der BBAW. de Gruyter. pp. 103-105.
Die Wissenschaft denkt nicht.Josef Stallmach - 1983 - der 16. Weltkongress Für Philosophie 2:1258-1265.
Zufall und naturgesetzliche Notwendigkeit.Alfred Gierer - 1998 - In O. Marquard G. V. Graevenitz (ed.), Kontingenz, Poetik und Hermeneutik XVII. Muenchen Germany: Wilhelm Fink Verlag. pp. 123-139.
Filosofische taal en poetische verwoording.L. Vander Kerken - 1960 - Tijdschrift Voor Filosofie 22 (2):155-173.
Über Freiheiten des Menschen: Mit dem Gehirn zur Welt-, und dann zur Gotterkenntnis.Paul Gottlob Layer - 2009 - In Georg Souvignier, Ulrich Lüke, Jürgen Schnakenberg & Hubert Meisinger (eds.), Gottesbilder - an der Grenze zwischen Naturwissenschaft und Theologie. Darmstadt: WBG. pp. 144-160.
Science, Religion and Basic Biological Issues That Are Open to Interpretation.Alfred Gierer - 2009 - English Translation Of: Preprint 388, Mpi for History of Science.
Theory and Empiricism of Religious Evolution : Foundation of a Research Program.Volkhard Krech - 2018 - Zeitschrift für Religionswissenschaft 26 (2):215-263.
Heideggers Marburger Zeit.Tobias Keiling (ed.) - 2013 - Klostermann.

Analytics

Added to PP index
2018-12-03

Total views
304 ( #32,109 of 2,462,895 )

Recent downloads (6 months)
35 ( #24,989 of 2,462,895 )

How can I increase my downloads?

Downloads

My notes