Abstract
In ihrer Theorie globaler Gerechtigkeit hat Iris Marion Young ein Modell von Verantwortung erarbeitet, das sich nicht vergangenheitsorientiert mit der Haftung Einzelner befasst, sondern mit der in sozialen Verbindungen geteilten Verantwortung, der es sich künftig zu stellen gelte. Dieses Modell hat allerdings einen Haken: Wenn diese Verantwortlichkeit schon aus dem Eingebundensein in soziale Strukturen erwächst, kann jede Einzelne sich damit aus der Affäre ziehen, dass sie zwar verantwortlich in, nicht aber für diese Strukturen ist. Wenn man den verschiedenen Verantwortungsmodellen unterschiedliche Pflichten zuordnet, bleibt eine Frage offen: Gibt es eigentlich eine Pflicht, die geteilte Verantwortung auch zu übernehmen? Warum soll sich jemand verantwortlich erklären für die Effekte von Strukturen, die er sich gar nicht ausgesucht hat? An dieser Stelle bringt Thomas Nagels Idee politischer Verantwortung weiter: Nagel zufolge sind wir für politische Maßnahmen auch dann verantwortlich, wenn wir sie uns nicht im Einzelnen ausgesucht haben, solange sie in unserem Namen geschehen. Dieses Argument des liberalen Nationalismus lässt sich auf die globale politische Ökonomie übertragen: auch dort nämlich geschehen die meisten Dinge in unserem Namen. Da die Grammatik der „Verpflichtung“ in nationaler Politik und globaler politischer Ökonomie Parallelen aufweist, sollten wir auch in Letzterer unsere Verantwortung übernehmen.
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DOI 10.22613/zfpp/2.2.3
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Responsibility for Justice.Iris Marion Young - 2011 - Oxford University Press USA.
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The Law of Peoples.John Rawls - 2001 - Philosophical Quarterly 51 (203):246-253.

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