Byzantinische Zeitschrift 95 (2):481-508 (2003)

Abstract
Antike Idealtypologien sprechen von Gemeinschaft der Bürger und sozialer Harmonie , wenn sie über den autarken Staat sprechen, einen Staat, der die Fähigkeit besitzt, seinen Zweck zu erfüllen, d. h. das εν ζην zu ermöglichen. Die Bürgerschaft wird mit einem disziplinierten, gut eingestimmten Chor verglichen. Dion von Prusa lobt die Bürger einer Stadt, da sie eine Kleidung trügen, eine Sprache sprächen und die gleichen Ziele hätten. Diese Vorstellungen von Gleichheit, ισóτης, ισονομια oder ομóνοια spiegeln stets nur eine Idee wider, keinesfalls aber die Lebenswirklichkeit. In der Spätantike sind Personengruppen nachweisbar, die aus bestimmten Gründen nicht so leben konnten, wie dies üblicherweise für erstrebenswert gehalten wurde. Allmähliche Entwurzelung, wirtschaftliche Benachteiligung, falscher Glaube oder Behinderung kennzeichneten Personengruppen, deren Lebensweise von den durchschnittlichen gesellschaftlichen Vorstellungen bzw. Werten und herrschenden Normen abwichen. Indem sie die Normen der Gesellschaft, in der sie lebten, nicht einhielten oder nicht einhalten konnten, waren auf Grund dieser Ablehnung bzw. Unfähigkeit von der Majorität nicht als gleichwertig akzeptiert. Diese diskriminierten, von der Gesellschaft ausgeschlossenen Personengruppen wurden von der Allgemeinheit als andersartig eingestuft. Die beispielsweise durch Krankheiten diskriminierten, diffamierten Personen wurden vom Betreten der Städte abgehalten und sollten sich einerseits Zufluchtsorte für Außenseiter suchen, andererseits wurden sie als benachteiligt, als Außenseiter registriert, und der Anblick ihres Zustandes erweckte Furcht, Hass und Mitleid. Manche wurden in diese randseitige Position hineingeboren , andere erwarben diese Position im Verlauf ihres Lebens. Man denke an die Lepra und an andere Krankheiten oder Unfälle, auch Verstümmelungen, die bewirkten, dass jemand anders aussah oder sich verhielt
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DOI 10.1515/BYZS.2002.481
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