Filozofija I Društvo 31 (4):515-568 (2020)

Authors
Burkhard Liebsch
Ruhr-Universität Bochum
Abstract
Im Namen homogenisierter Identität widersetzt man sich gegenwärtig jeglichem Versuch, ‚eigene‘ bzw. angeeignete Kultur als in sich heterogen, mit Fremdem transkulturell vermischt zu verstehen. In meinem Beitrag setze ich mich ausgehend von klassischen Beiträgen zur Kulturtheorie mit dieser identitären Versuchung auseinander, um sie vor dem Hintergrund des Befundes verständlich zu machen, dass wir überhaupt nur aus einer unaufhebbaren Welt-Fremdheit heraus Zugang zu kulturellen Lebensformen finden – vorausgesetzt, man nimmt uns auf Dauer in ihnen auf. Dass auf diese Weise jene Fremdheit nicht ‚aufzuheben‘ ist, bedeutet, dass wir niemals eine gewissermaßen ‚restlose’ Enkulturation erfahren, sondern dem Vorkulturellen zutiefst verbunden bleiben. Genau deshalb, so lautet die These, haben wir eine nicht zu tilgende Affinität zu allem Transkulturellen, das man in erster Annährung als dasjenige verstehen kann, was ‚jenseits’ vertrauter Lebensformen liegt und uns zu diesem ‚Jenseits‘ ins Verhältnis setzen kann, weil wir schon in deren ‚Diesseits‘ nie ganz heimisch werden können. Ironischerweise zehrt in dieser Perspektive das Transkulturelle vom Vorkulturellen. Letzteres leugnen die Apologeten des Identitären, indem sie Zerrbilder homogenisierter Zugehörigkeiten feilbieten, die keine innere Unzugehörigkeit, Fremdheit und Distanz mehr zuzulassen scheinen.
Keywords Ausgesetztsein  Fremdheit  Gastlichkeit  Gewalt  Kultur
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DOI 10.2298/fid2004515l
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« L'Existentialisme est un humanisme ».Jean-Paul Sartre - 1946 - Les Etudes Philosophiques 1 (1):79-80.

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Hermeneutik des Anderen.Željko Radinković - 2020 - Filozofija I Društvo 31 (4):600-612.

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