Synthesis Philosophica 21 (2):385-394 (2006)

Abstract
Im Beitrag wird versucht, die Vernunft zu beschreiben, die für moralische Urteile verantwortlich sein soll. Dieser Versuch stützt sich auf die Untersuchungen von Neurowissenschaftlern, die gängige philosophische Normen vor neue Herausforderungen stellen. Die neurowissenschaftliche „Messung” der Moral bringt die Tatsache zum Ausdruck, dass die moralischen Entscheidungen auf einem intuitiven Niveau getroffen werden und in einem größeren oder kleineren Ausmaß emotional motiviert sind. Dies bedeutet, dass sie eher davon abhängig sind, ob die Einstellung „persönlich” oder „unpersönlich” ist, und weniger von universellen Kriterien der Richtigkeit oder Falschheit. Die moralische „Rechnung”, die sich aus der Evaluation des „Preis-/Leistungsverhältnisses” ergibt, erscheint als Derivation einer primär intuitiven Entscheidungsfindung und einer von der Vernunft ununterbrochen produzierten Erzählart, der man letztendlich Glauben schenkt. Die übliche Antwort der Philosophen auf diese Art von Herausforderungen liegt gerade darin, dass das Gehirn für moralische Entscheidungen und Handlungen nicht verantwortlich gemacht werden kann, genauso wie auch die Neurowissenschaft keine endgültige Erklärung dafür zu geben vermag, wie die „ethische Vernunft” für das moralische Gefühl arbeitet. Verantwortung ist demnach eine Sache der Person und nicht des Gehirns. Gleichwohl kann diese Art Wissen unser Verständnis der den mentalen Prozessen zugrunde liegenden Mechanismen, die bei der Lösung moralischer Dilemmata mit einbezogen sind, entscheidend fördern
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