Stoellger, Philipp; Gutjahr, Marco (Hrsg.), An den Grenzen des Bildes. Zur visuellen Anthropologie, Königshausen & Neumann: Würzburg 2014 (Interpretation Interdisziplinär, 15)

(2014)

Abstract
In der Auffassung dessen, was Wahrnehmung grundsätzlich ausmacht, lässt sich innerhalb derjenigen Positionen, die für die Kunsttheorie wichtig sind, eine Differenz zwischen Hingabe einerseits und Distanz andererseits aufzeigen, die weniger als ein grundsätzlicher Riss, Schnitt oder Bruch als vielmehr eine Voraussetzung für Neues charakterisiert werden kann. Distanz, so legen es die phänomenologischen Betrachtungsweisen Heideggers und Waldenfels´ ebenso wie die kulturanthropologischen Ansätze Cassirers und Böhmes nahe, baut auf Hingabe auf und bedarf zugleich des Bruches mit ihr. Im "Vergessen" der Einen gründet das Bewusstsein des Anderen. Dennoch, in der Auffassung dessen, was Hingabe ausmacht und welchen Einfluss diese auf das in der Distanz Erfasste hat, unterscheiden sich beide Ansätze grundlegend. In der Weise der "Gestimmtheit" (so Heidegger) und des "Affiziert-Seins" (so Waldenfels) einerseits bzw. im unmittelbaren Erleben und Erleiden (so Cassirer und Böhme) andererseits treten die Unterschiede hervor. Hier wird eine Differenz erkennbar, die dem Bruch eine je andere Bedeutung gibt: Als jeweils notwendige Voraussetzung eröffnet sie als Seinsweise aufgefasst je neue Möglichkeiten bzw. bestimmt als Erlebnisweise kommunikative Prozesse. Im unmittelbaren Erleben und Erleiden des Außerordentlichen in der Begegnung mit Kunst, gewinnt der Bruch, so die auf beiden Annahmen aufbauende These, eine grundlegende Bedeutung. Er eröffnet mit dem Werk eine neue Form eines nonverbal zu verstehenden Dialogs über Anschauungen. Im Miterleben des Anderen (Hingabe) und in der Wahrnehmung bzw. Abgrenzung vor dem Hintergrund des Eigenen (Distanz) lassen sich dessen Konturen erkennen.
Keywords Philosophie der Wahrnehmung  Kunstheorie  Kulturanthropologie  Phänomenologie  Ernst Cassirer  Martin Heidegger  Hartmut Böhme  Bernhard Waldenfels
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