Synthese 2 (1):47 - 54 (1937)

Abstract
Das Wort "Kultur" wird verschiedenartig gebraucht. Wir sagen beispielsweise über ein Volk, das Grosses geleistet hat, dass es ein Kulturvolk sei, während ein anderes, das nicht so viel geleistet hat, nicht als Kulturvolk bezeichnet wird. Dagegen sprechen wir beispielsweise von der Kultur der Steinzeit, obwohl die Menschen der Steinzeit viel primitiver waren, als das Volk, das wir nicht als Kulturvolk ansehen wollten. Wir erhalten eine Bestimmung des Begriffes "Kultur" in derjenigen Bedeutung, die alle Arten und Stufen der Kultur umfasst, und die uns auch in der Bezeichnung "Kulturwissenschaft" entgegentritt, wenn wir den Unterschied zwischen den Dingen, die nicht als Kulturgegenstände bezeichnet werden, und den Dingen, die wir Kulturgegenstände nennen, möglichst richtig formulieren. Der Autor möchte folgende Formulierung vorschlagen: Alle Objekte und Verhaltungsweisen (Handlungen und Dispositionen zu Handlungen) die (infolge ihrer Aenlichkeit mit anderen) als Symptome für das Vorliegen von Symbolen, Erkenntnissen (hauptsächlich kausalen Erkenntnissen) und Zwecken (beziehungsweise Wünschen) zu verwerten sind, gehören zur Kultur. Die Definition des engeren Kulturbegriffes müsste etwa lauten: Zur Kultur gehören Objekte und Verhaltungsweisen, die als Symptome des Schöpferischen (des Grossen und zugleich Neuen) gewertet werden. Es kann hier eine Parallele gezogen werden zwischen den Unterschieden von Mensch und Tier einerseits und Mensch und -- sagen wir -- Uebermensch andrerseits. Das Wesentliche ist das Auftauchen von individuellen und nicht gattungsmässigen Zügen; die Tatsache, dass das Verhalten des genialen Menschen neu ist. In diesem Sinne sprechen wir auch von einem "Kulturvolk" insofern die geschaffenen Werke des betreffenden Volkes und seine Verhaltungsweisen Symptome sind für das Schöpferische der diesem Volke angehörenden Individuen
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DOI 10.1007/BF00880397
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