Freiheit und Freundschaft in Axel Honneths Recht der Freiheit

Philosophy and Society 28 (3):454-474 (2017)
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Abstract

In Axel Honneths Recht der Freiheit (RF) dienen persönliche Beziehungen, zu welchen Honneth neben Familien- und Liebesbeziehungen auch die Freundschaft zählt, der Verwirklichung einer „besondere[n], schwer zu charakterisierende[n] Form von Freiheit“ (RF 233). Diese Behauptung fügt sich ein in die Kernthese des Rechts der Freiheit. Demnach vermochte es die „Freiheit im Sinne der Autonomie des Einzelnen“ innerhalb unzähliger „Vorstellung[en] vom Guten“ als einzige, die moderne Gesellschaft nachhaltig zu prägen, wohingegen alle anderen Werte, die in der Moderne wirkmächtig geworden sind, als „Facette[n] der konstitutive[n] Idee der individuellen Autonomie“ (RF 35) verstanden werden müssen. Wir argumentieren, dass Honneths Erörterung des Werts von Freundschaft in dreierlei Hinsicht sein Ziel verfehlt: Erstens zwingt sie Honneth zu einer radikalen Beschneidung des Freundschaftsbegriffs, indem er einen überzogenen Kontrast zwischen antiken und modernen Konzeptionen von Freundschaft zeichnet. Zweitens marginalisiert Honneth mit seiner Betrachtung andere Axiologien der Freundschaft, welche dieser gewichtige instrumentelle, konstitutive und finale Werte zuweisen. Drittens scheint selbst eine schwächer angelegte These, die den Wert, den Freundschaften für die individuelle Freiheit haben, auf die Stellung eines primus inter pares zurückstuft, immer noch den zentralen Wert, den Freundschaften für uns haben sollten, zu verfehlen. Dadurch wird Honneths Kernthese von der Exklusivität des Wertes der Freiheit für unsere Gesellschaft in Frage gestellt.

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