Synthesis Philosophica 26 (1):117-132 (2011)

Abstract
Die europäische Identität kann in ihrer objektiven Dimension inspiziert werden, als Von-obenher- Projekt sowie Von-unten-an-Aufbauprozess der authentischen Form der national übergreifenden politischen Gemeinschaft, wie auch in ihrer subjektiven Dimension, zusammenhängend mit der Identifizierung der Einzelnen und Gruppen – der Europäer – mit diesem neu erschienenen politischen Gemeinwesen und zusätzlich zu ihrer bereits erlangten Identifikation mit dem jeweiligen Nationalstaat. Die dritte Dimension, similär den relevanten interpretativen Modellen – ethnokultureller/euroskeptischer Ansatz, europäischer Verfassungspatriotismus, pluralistisches/ multikulturelles Herangehen – trat gleicherweise als gewichtiger Faktor der europäischen Identitätsbildung hervor. Der neue Typ der politischen Gemeinschaft öffnet frische Fragen – ist dieses Europa eine Nationenfamilie, ein Europa der Bürger, ein künftig mittels Gemeinschaftspraktiken ausgebautes Europa, ein christliches Europa oder ein Europa der gegenseitig übereinstimmenden und überlappenden Zivilisationen, ein säkulares Europa oder eben ein Europa des religiösen christlichen Erbes und/oder der Religionsvielfalt. Die Gründungschartas definieren die europäische Identität politisch, beginnend mit dem Leitspruch Einheit in der Verschiedenheit. Dennoch wird dieses Motto andersartig von den Kommunitaristen/ Euronationalisten, Ethnonationalisten/Euroskeptikern, Liberalen und Republikanern/ europäischen Verfassungspatrioten bewertet. Der umstrittene Charakter der politischen Identität muss immer erneut im Gedächtnis bewahrt werden. Die Politik der Identität, der Missbrauch des ethnisch vorgestellten Identitätsbegriffs mit seinen kriegerischen Auswirkungen, repräsentierten eines der destruktivsten Potenziale der zeitgenössischen Politik, einschließlich einer Region Europas . Zum andern können politische Gemeinschaften ohne eine homogenisierende Tatkraft der Gemeinschaftsidentität kaum überleben, namentlich ein vorgeschlagener Zusammenschluss der Demokratien, die Europäische Union inbegriffen. Wenn die europäische Identität erörtert wird, ist es von größter Tragweite, ihre Bedeutung in dem Sinne festzulegen, in welchem die demokratischen Kapazitäten der Europäischen Union gekräftigt werden, in welchem zur Deckung ihres demokratischen Defizits beigesteuert wird als auch zur Vermeidung partikularistischer, xenophober, euroskeptischer Tendenzen und Zuneigungen
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Erste Konferenz über europäische Religionsphilosophie.Peter Probst - 1979 - Zeitschrift für Philosophische Forschung 33 (4):629 - 632.
Über Wahrheit und Identität.Thomas Baldwin - 2004 - In Christoph Halbig, Michael Quante & Ludwig Siep (eds.), Hegels Erbe. Suhrkamp. pp. 1699--433.

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