Synthesis Philosophica 21 (2):349-358 (2006)

Abstract
Haben sich die Lebensformen in den westlichen Demokratien zu reinen Überlebensformen transformiert – Formen bloßen Lebens, wie Giorgio Agamben es nennt? Gibt es keine Trennung mehr zwischen der Sphäre nackten Lebens und der Sphäre der Politik als einem von Lebensnotwendigkeiten nicht strukturierten Raum? Wenn ja, was ist dann der Sprache widerfahren, der wir laut Aristoteles ein Leben jenseits der nackten Existenz verdanken, während sie Agamben mit einem Gefängnis vergleicht? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, ist zunächst in Erfahrung zu bringen, was kennzeichnend für die Sphäre nackten Lebens ist. Sodann ist Agambens Auffassung von Sprache zu klären, um zu verstehen, warum er ihr die Kraft zuschreibt, politische und nackte Existenz trennen zu können. Abschließend ist zu erörtern, in welcher Relation Agambens Zeitdiagnose von der Reduktion menschlicher Lebensformen auf Überlebensformen mit seinen geschichtsphilosophischen Sprachbetrachtungen steht
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