Erzählte Identität? Zur Kritik narrativer Demenz-Theorien


Authors
Daniela Ringkamp
Otto von Guericke Universität, Magdeburg
Abstract
Nicht nur in der Demenzethik, sondern auch in grundlegenden Fragen zum Personen-Status von Demenzbetroffenen sind Verweise auf narrative Modelle, die die personale Identität Demenzkranker aufzeigen sollen, populär. Ziel des Beitrages ist eine kritische Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen und argumentativen Problemen, die sich im Anschluss an diese ‚narrativen Demenztheorien‘ ergeben. Nach einer Einführung in die Begrifflichkeiten philosophischer Identitätskonzeptionen und einem exemplarischen Einblick in Modelle narrativer Demenztheorien werden Einwände gegen diese Positionen diskutiert. So ist zunächst unklar, welches Verständnis von ‚Narration‘ und ‚narrativer Identität‘ in narrativen Demenztheorien vorausgesetzt wird. Beim Versuch der Klärung des Begriffs einer ‚narrativen Identität‘ zeigt sich anschließend, dass sich narrative Demenztheorien nicht nur in Widersprüche verwickeln, sondern sich zudem Probleme ergeben, die aus der relationalen Struktur narrativer Demenztheorien resultieren und die u.a. in den von Peter Lamarque geäußerten Trivialitätseinwand münden. Soll die personale Identität Demenzbetroffener rekonstruiert werden, so empfiehlt es sich vielmehr, auf holistische Konzeptionen, die die gesamte Biographie einer Person narrativ aufarbeiten, zu verzichten und stattdessen episodische Artikulationen zu berücksichtigen, die die auch von Vertretern narrativer Ansätze geforderte Aufwertung des aktualen Erlebenszustandes der Betroffenen leisten können. Eine solche alternative Herangehensweise wird am Ende des Beitrags durch Einbezug der Ansätze Galen Strawsons und Jeff McMahans vorgestellt.
Keywords No keywords specified (fix it)
Categories No categories specified
(categorize this paper)
DOI 10.22613/zfpp/5.1.5
Options
Edit this record
Mark as duplicate
Export citation
Find it on Scholar
Request removal from index
Translate to english
Revision history

Download options

Our Archive


Upload a copy of this paper     Check publisher's policy     Papers currently archived: 39,607
External links

Setup an account with your affiliations in order to access resources via your University's proxy server
Configure custom proxy (use this if your affiliation does not provide a proxy)
Through your library

References found in this work BETA

Human Identity and Bioethics.David DeGrazia - 2005 - Cambridge University Press.
On Not Expecting Too Much From Narrative.Peter Lamarque - 2004 - Mind and Language 19 (4):393–408.
The Ethics of Killing.Jeff Mcmahan - 2005 - Philosophy and Phenomenological Research 71 (2):477-490.

View all 10 references / Add more references

Citations of this work BETA

No citations found.

Add more citations

Similar books and articles

Einleitung: Demenz Und Personale Identität.Annette Dufner - 2018 - Zeitschrift Für Praktische Philosophie 5 (1):73-80.
Transtemporale Identität bewusstseinsfähiger Wesen.Martine Nida-Rümelin - 2008 - Deutsche Zeitschrift für Philosophie 56 (4):513-534.
Die Rolle der Identität beim Lehren der Philosophie.Marjan Šimenc - 2011 - Synthesis Philosophica 26 (1):45-58.
Bewußtsein - Zufall oder Notwendigkeit.Walter Menzl - 1983 - der 16. Weltkongress Für Philosophie 2:874-881.
Nationale Identität.Monika Kirloskar-Steinbach - 20007 - In S. Zurbuchen (ed.), Bürgerschaft und Migration. LIT-Verlag. pp. 255-287.
Demenz und personale Identität.Karsten Witt - 2018 - Zeitschrift Für Praktische Philosophie 5 (1):153-180.

Analytics

Added to PP index
2018-06-21

Total views
1 ( #1,293,731 of 2,325,387 )

Recent downloads (6 months)
1 ( #932,291 of 2,325,387 )

How can I increase my downloads?

Downloads

Sorry, there are not enough data points to plot this chart.

My notes

Sign in to use this feature